|
|
 |
 |
 |
 |
Ehrenamtspreis
|
|
|
Ansprache der Ortsbürgermeisterin beim Neujahrsempfang 2012 und der Verleihung des Ehrenamtspreises 2011 Einen wunderschönen guten Abend, liebe Mertesdorferinnen und Mertesdorfer, liebe Gäste, liebe Freundinnen und Freunde unserer Gemeinde, Ich freue mich, dass Sie unserer Einladung zum Neujahrsempfang und zur Verleihung des Ehrenamtspreises 2011 so zahlreich gefolgt sind. Besonders begrüßen darf ich als Vertreter von Herrn Bürgermeister Busch, der leider heute Abend verhindert ist, den Beigeordneten der VG Ruwer, meinen Ortsbürgermeisterkollegen Herrn Karl Heinrich Ewald. Begrüßen Sie mit mir ganz herzlich unseren Pfarrer, Herrn Dr. Rainer Justen, Ich begrüße meinen Amtsvorgänger Herrn Ortsbürgermeister ade Erich Griebeler ganz herzlich. Herzlich willkommen den Mitgliedern des Gemeinderates Mertesdorf, herzlich willkommen den Damen und Herren Vereinsvorsitzenden, herzlich willkommen den Mitgliedern des St. Martinuschores , der sich zu meinem größten Bedauern zum Jahresende aufgelöst hat . Ich begrüße herzlich die Ehrengäste des heutigen Abends, die Anwohner vom Ewigbor. Herzlich willkommen der Laudatorin des heutigen Abends, unserem Ratsmitglied Frau Dr. Rosemarie Cordie. Meine Damen und Herren, bitte begrüßen Sie unser Helferteam am heutigen Abend, als da sind: die Jugendlichen vom Teens in, Johannes Barbian, Patrick Segatz, und Marco Ertz, unsere Gemeindearbeiter Erhard Schöler, Tim Becker und Peter Link - den guten Geist des Hauses Rudi Becker und Frau Petra sowie die guten Assistenzgeister: Frau Stephanie Schröder, Frau Ingrid Neidhöfer , Ihnen allen hier im Saal ein herzliches Willkommen. „Beginne nicht mit einem großen Vorsatz, sondern mit einer kleinen Tat“, sagt ein altes Sprichwort .Deshalb beginnen wir in Mertesdorf heute nicht mit großen Projekten, sondern wir fangen das Neue Jahr 2012 mit dieser Feier an, denn dazu gibt es einen guten Grund: Sehr viele von Ihnen, meine Damen und Herren, die hier vor mir im Saal sitzen haben eines gemeinsam: sie bekleiden ein Ehrenamt oder sie engagieren sich in irgendeiner Form ehrenamtlich in unserer Gemeinde, d.h. sie arbeiten viel, Sie arbeiten hart – und sie werden dafür gar –nicht- bezahlt. Also, daran sind Sie selber schuld. Hätten Sie halt besser verhandeln müssen! Nun haben Sie den Salat: Haben ein Amt am Hals oder eine andere selbst auferlegte Verpflichtung, -die nichts einbringt – keinen müden Cent, nur die so genannte Ehre. Da kann man sich aber nichts von kaufen. Sie wissen doch „Geld regiert die Welt“, auch in Eurokrisenzeiten. Ach, ….das wollen Sie auch gar nicht? Ihnen reicht die Ehre? Aber, was fangen Sie denn damit an? Wofür ist die denn gut? Und was ist das eigentlich genau: Ehre? Der Duden sagt etymologisch: Ehre = „Ansehen aufgrund offenbaren oder vorausgesetzten, besonders sittlichen Wertes; Wertschätzung durch andere Menschen“ , aha…. Was steckt aber dahinter? Gehen wir doch mal schrittweise vor – oder besser buchstabenweise: E - H - R - E. E – das könnte für „Einsatz“ stehen. Denn Sie alle, liebe Ehrenamtliche, setzen sich mit Leib und Seele ein. Sie engagieren sich in Vereinen wie der Feuerwehr, beim den verschiedensten Sportarten, im Bereich der Kultur, sie beraten im Gemeinderat, in Ausschüssen. Sie arbeiten an den verschiedensten Stellen in unserer Gemeinde und pflegen ,erhalten oder restaurieren den Ewigbor, die Grünflächen um die Muttergottes im Weinberg, den Platz und das alte Wegekreuz und an vielen Stellen die Grünanlagen, sie schmücken die Kapelle in der alten Kirche , sie bepflanzen die Beete an unseren Straßen, sie besorgen das Fahrzeug, damit unsere Kinder den Weihnachtsbaum auf dem Dorfplatz schmücken können. Sie unterstützen unsere Senioren, Sie begleiten behinderte und kranke Menschen im Alltag, sie packen an beim Dreck Weg Tag, bei der Gemeindepartnerschaft, bei der Organisation von Festen und vieles, vieles mehr. Während viele andere es sich überall möglichst bequem und einfach machen – und schauen, dass sie viel für sich selbst und ihre individuellen Befindlichkeiten tun können–, halsen Sie sich noch zusätzliche Arbeit auf: Arbeit, die Sie nicht tun müssten und die Ihnen kein Geld einbringt. In einem Satz: das ist Einsatz. Kommen wir zum Buchstaben H im Wort Ehre – ob das „Hoffnung“ bedeutet? Denn es ist doch vor allem Hoffnung, die Sie den Menschen geben. Sie sind der Lichtblick im oft schweren Alltag: Sie geben Zuversicht, indem Sie trösten und helfen. Erklären und vermitteln. Sammeln und verteilen. Sie geben vielen Menschen neuen Lebensmut, geben ihnen Kraft, ein Leid durchzustehen, auf eine bessere Zukunft zu hoffen und auch darauf hinzuarbeiten. Sie helfen uns als Gemeinde, Aufgaben zu erfüllen, für die wir immer weniger Mittel haben, die sonst vernachlässigt werden müssten, in dem sie planen und organisieren, anstoßen und aufbauen, hegen und pflegen. Sie nehmen Verantwortung für die Allgemeinheit wahr. So wie andere Menschen ihr Guthaben in Aktien investieren, investieren Sie Ihre Energie in den einzelnen Menschen oder in Dinge, die uns allen hier in Mertesdorf zu Gute kommen. Und ich frage Sie nun alle, meine Damen und Herren: Was ist wohl die nachhaltigere Investition? Doch kommen wir zum R im Wort „Ehre“: Das steht wohl für „Respekt“. Denn Ihnen, liebe Ehrenamtliche, gebührt höchster Respekt – oder besser: doppelter. Schließlich muss man ein Ehrenamt oder eine wie auch immer geartete ehrenamtliche Tätigkeit nicht nur übernehmen wollen, sondern man muss diese auch ausfüllen können, man muss seiner Aufgabe gewachsen sein. Denn es ist schwierig, immer den richtigen Ton zu treffen, im Umgang mit den Mitbürgern, mit den Menschen, die einen umgeben; es braucht Organisationstalent, um Projekte auf die Beine zu stellen, Rechengeschick und Ideenreichtum, um mit kleinem Budgets, Großes zu bewirken und Überzeugungskraft und Durchhaltewillen. Sie fast alle hier im Saal, sind in irgendeiner Form ehrenamtlich tätig, meine Damen und Herren, mit den unterschiedlichsten Beiträgen und Sie alle haben deshalb doppelten Respekt verdient: für Ihre Motivation und für Ihr Können. Wenn wir nun auf den nächsten und letzten Buchstaben der „Ehre“ blicken, dann finden wir wieder ein E: Das könnte „Engagement“ bedeuten – oder auch „Engelsgeduld“, denn die ist auch gefragt, besonders, wenn es mal nicht so rund läuft. Aber nein, ich finde, dieses E sollte für „Ehrgeiz“ stehen. Denn Sie, liebe Ehrenamtliche, haben den Ehrgeiz, etwas in unserer Welt zu verbessern. Ein kleines bisschen, jeden Tag: durch Ihre helfenden Hände, Ihre offenen Ohren, Ihre aufmerksamen Augen. Wir als Gemeinde haben die Hoffnung, dass durch ihr Vorbild noch mehr Mitbürger angeregt werden, sich einzubringen. Die Möglichkeit des Einbringens für alle haben wir 2011 geschaffen mit den verschiedenen Arbeitskreisen, die wir im Rahmen der Dorfmoderation Mertesdorf angeboten haben. Sie konnten und können Vorschläge machen, wie sich Mertesdorf weiter entwickeln soll. Zögern Sie nicht, zeigen Sie Mut und kommen sie vorbei… Eine weitere gute Gelegenheit sich einzubringen als helfende Hand oder als begeisterter Besucher – beides wird gerne angenommen- wird das diesjährige Dorffest sein, das die Ortsgemeinde zusammen mit allen Ortsvereinen im Mai am Wochenende Christi Himmelfahrt veranstalten wird. Unsere französische Partnergemeinde wird uns an diesem Wochenende hier in Mertesdorf besuchen, ihre Musikkapelle mitbringen und mitfeiern. So, meine Damen und Herren, nun haben wir es also geknackt, das Wort „Ehre“: diese vier kleinen Buchstaben, die für so große Begriffe stehen: -Einsatz, -Hoffnung, -Respekt und -Ehrgeiz. Das erfordert im Sinne der Definition die Wertschätzung durch uns und macht ihre Arbeit so erfolgreich. Es ist auch Ihr Erfolg, dass unsere Gemeinde ist, was sie ist. Sie bereichern Mertesdorf sehr: jede und jeder von Ihnen auf ihre oder seine Art. Ohne Sie ginge vieles nicht und gäbe es vieles nicht– sie helfen mit, dass unsere Menschen gerne hier leben. Wir sind Ihnen jeden Tag im Jahr dankbar für Ihre Arbeit. Heute, etwas später am Abend, wollen wir deshalb erneut einer Gruppe in unserer Gemeinde einmal ganz offiziell danke sagen, wollen Sie richtig ins Rampenlicht rücken. Denn das haben Sie mehr als verdient.
|
|

Ruth Wilhelm Ortsbürgermeisterin

|
|
|
Meine Damen und Herren, das Jahr 2011 ist wie ein Wirbelsturm über uns hinweggefegt , es beschleunigte auf seinem Weg stetig, und zerstörte dabei, was wir für sicher hielten – ich nenne nur den drohenden Staatsbankrott in Griechenland, das Erbeben und den verheerenden Tsunami in Japan mit der Zerstörung des Atomkraftwerks Fukushima, den Atomausstieg in Deutschland, den arabischen Frühling oder die Euroschuldenkrise, Wie begrüßt man, wenn man so gebeutelt wurde, da das neue Jahr 2012: Mit Hoffen und Handeln denke ich: Ich hoffe, dass der Sturm ein paar alte Werte wieder freilegt, die belastbar und beständig sind. Wo Menschen für Menschen Verantwortung übernehmen, entscheiden sie so, dass Zukunft möglich ist. Deshalb bin ich überzeugt, dass es uns allen auch im neuen Jahr gelingen wird, die Aufgaben in unserem privaten Leben, für unser Land und für unsere Gemeinde erfolgreich anzugehen, mit Einsatz, Hoffnung, Respekt und Ehrgeiz. „Wenn morgen die Welt untergeht, so pflanze ich heute meinen Apfelbaum“, erklärte der große Reformator Martin Luther einst. Ich bin sicher, dass die Welt 2012 nicht untergehen wird, auch wenn manche düsteren Wegbegleiter dies gern prophezeien. Wenn die Taten anfangen, den Worten zu folgen, dann lernt die Hoffnung das Laufen, sagt ein Sprichwort. Wenn wir alle in diesem Sinne weiterarbeiten, so ist mir um das Jahr 2012 und um unsere Zukunft in Mertesdorf nicht bange. Ich freue mich, gemeinsam mit Ihnen ins neue Jahr zu gehen. Haben wir Vertrauen in die Zukunft, so wie Dietrich Bonhoeffer sie hatte, als er zum Neujahr 1944 schrieb: „Von guten Mächten treu und still umgeben, behütet und getröstet wunderbar, so will ich diese Tage mit euch leben und mit euch gehen in ein neues Jahr.“ – Ich wünsche Ihnen allen ein hoffnungsvolles Jahr 2012!
|
|

Ruth Wilhelm Ortsbürgermeisterin

|
|
|
Laudatio am 7. Januar 2012 anlässlich der Verleihung des Ehrenamtspreises an die Anwohner beim „Ewigbor“
Meine sehr geehrten Damen und Herren, liebe Mertesdorferinnen und Mertesdorfer,
zum zweiten Mal vergibt die Gemeinde Mertesdorf den Ehrenamtspreis. Sie zeichnet damit in diesem Jahr Mertesdorfer Bürger aus dem Oberdorf aus, die sich seit etlichen Jahren initiativ, hartnäckiger Ausdauer und mit großem Engagement für den „Ewigbor“ einsetzen.
Wir wissen Alle, Wasser ist das höchste Gut, ohne Wasser kann niemand leben, Wasser ist Lebenselixier. Wasser war und ist für Mertesdorf existentiell, nicht nur in biologischer Hinsicht sondern auch aus einer kulturgeschichtlichen Betrachtungsweise. Aus diesem Blickwinkel betrachtet, ist Wasser gleichermaßen wichtig für das gesellschaftliche Leben. Dieser Tradition des Miteinanders für und um das Wasser und speziell um den „Ewigbor“, der auch die Geschichte eines steten Kampfes um die Trinkwasserversorgung in Mertesdorf wiederspiegelt, fühlen sich die heute Abend zu ehrenden Anwohner seit Jahren verpflichtet.
Meine Damen und Herren, ganz kurz möchte ich auf die Geschichte des Wassers im Ruwertal im Allgemeinen und natürlich für Mertesdorf im Besonderen eingehen. Bei meinen Ausführungen kann ich mich in großen Teilen auf verschiedene, sehr gut zusammengefasste Kapitel in der Ortschronik von Mertesdorf von 1993 stützen.
(( Diese gibt es im Übrigen immer noch zu kaufen!))
|
|

Dr. Rosemarie Cordie

|
|
|
Bereits in römischer Zeit wurde Wasser über eine große unterirdische Wasserleitung von Waldrach durch das Ruwertal und um den Grüneberg bis zum Amphitheater in Trier geführt. Bekannt ist die Länge des Wasserkanals mit etwas über 13 Km. Die sogenannte minimale Förderleistung betrug 25.000 m³/pro Tag, die maximale 42.000 m³. Die römische Stadt Trier hatte einen enormen Wasserbedarf; die öffentlichen Thermenanlagen, die Privathäuser mit Gartenanlagen, viele weitere Einrichtungen mussten mit Wasser versorgt werden.
Für das Mertesdorf oberhalb der Ruwer, das in einem relativ engen Seitentaleinschnitt liegt, sind für die römische Zeit im Bereich der heutigen Ortslage mehrere Siedlungsstellen und einige Gräber bekannt, unbekannt ist hingegen, wie sich die Wasserversorgung hier gestaltete. Für die fränkische Zeit ist eben so wenig über die notwendige Wasserversorgung zu erfahren.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts liegt der Ortskern von Mertesdorf nördlich der alten Kirche, im Bereich Kirchgasse, Festung, Unter- und Oberstraße und Boorgasse.
1865 umfasste der Gemeindebann von Mertesdorf 2518 Morgen, 74 Ruthen und 20 Fuß, dazu gehörten Ackerland, Gärten Wiesen, Weiden, Wald, Wasserflächen und Weinberge.
Gegen Ende des 19.Jahrhunderts wird von einem bedeutenden wassertechnischen Fortschritt in der Gemeinde berichtet, nämlich einer zentralen Wasserversorgung. Bis dahin sind nur ein Laufbrunnen, der „Ewigbor“ und mehrere Ziehbrunnen, auch Pütze genannt, vorhanden, ergiebige Quellen sind Mangelware. Zwei außerhalb des Dorfes liegende Quellen im Bereich „Galdberg“ in der „Pontelwies“, also der Bereich am Hang oberhalb der Deponie, sind nach entsprechenden Untersuchungen viel versprechender.
1892 werden diese Quellen gefasst und über 1700 m Wasserleitung ins Dorf geführt. Die Verteilung im Ort erfolgt über 5 Druckständer und 8 Krahnen, nur 2 Hausanschlüsse liefern Wasser direkt in die Häuser, 6 Feuerhydranten und ein Wasserbassin sorgen für Wasser in Notfällen.
|
|

Römische Wasserleitung bei Waldrach

|
|
|
Anfang des 20. Jahrhunderts, 1903, erfolgt bereits eine Erweiterung der Wasserzufuhr. An einer Wasserquelle 400 m unterhalb des Dorfes, dort wo ein Abzweig von der Hauptstraße zur Bohnewies ist, wird eine Pumpstation eingerichtet. 1911 verfügt Mertesdorf bei 102 Haushalten und 655 Einwohnern über 14 Hausanschlüsse, 1914 erfolgt eine Regelung der Hausanschlüsse, die jedoch bezahlt werden müssen.
Weiterhin sind zwei Laufbrunnen vorhanden, einer davon ist der „Ewigbor“ mit drei Trögen, zwei zum Waschen und einer der als Viehtränke ausgewiesen ist. Die Aufsicht über die Laufbrunnen und deren Funktionstüchtigkeit haben die Feldhüter. Doch noch immer ist die Wassersituation für Mertesdorf nicht komfortabel, es gibt nur geringe Kapazitäten mit guter Wasserqualität.
1935 wird dann der Zweckverband Gruppenwasserwerk Waldrach gegründet. Seit dieser Zeit besteht eine ausreichende Wasserversorgung im Ruwertal, die Situation im höher gelegenen Ortskern bleibt allerdings in den folgenden Jahren weiterhin problematisch. Mertesdorf ist wassertechnisch gesehen keineswegs unabhängig und weiterhin vielen Unwägbarkeiten ausgesetzt, denn
- das eisenhaltige Wasser aus der „Bohnewies“ musste hoch gepumpt werden
- eine Zusatzversorgung speist sich aus den Quellen der „Misselbach“
- der 2. Weltkrieg zerstört teilweise die Zuleitung der „Misselbach“, es erfolgte ein Rückgriff auf die Quellen „Pontelwies“ und „Petersgraben“
- 1945, 1947 und 1949 sind solch trockene Sommer, dass wiederum eine enorme Wasserknappheit herrscht. Im Oberdorf wird wieder das Wasser aus dem „Ewigbor“ und aus den noch vorhandenen Pützen genommen, im Unterdorf mit Leiterwagen aus Eitelsbach geholt und auch der „Hambor“ beim Weiher wird als Wasserquelle genutzt.
Wie schon zur Römerzeit entdeckt in den 1950er Jahren die Stadt Trier die Wasserqualität des Riveriswassers und erwirbt das 1935 eingerichtete Gruppenwasserwerk Waldrach und dazu die Wasserrechte im Quellbereich von Riveris, Enterbach und Thielenbach.
Seit 1959 bezieht Mertesdorf sein Wasser aus der Riveris-Talsperre.
D.h. aber auch, dass ab diesem Zeitpunkt die Laufbrunnen oder Pütze nicht mehr gebraucht und natürlich demzufolge auch nicht mehr gepflegt werden. So wird auch in der Chronik von Mertesdorf und in dem Gedicht von Katharina Schawel thematisiert, dass der „Ewigbor“ über 40 Jahre in ziemlich desaströsem Zustand war und eine Neugestaltung wohl nach der Umlegung 1980 mit einer Neufassung Wasserquells in Stein erfolgte. Bald jedoch fristete der „Ewigbor“ ein abseitiges Dasein im Schatten von großen verwilderten Sträuchern und Bäumen. Das Bemühen einiger Anwohner um eine Genehmigung, einen Treppenaufgang zu bauen, um darüber zu den neu angelegten Weinbergen zu kommen, war nicht von Erfolg gekrönt – im Gegenteil. Die Wasserversorgung von Mertesdorf war gesichert, ein Rückgriff auf die Quellen nicht notwendig und so geriet der „Ewigbor“ immer mehr in Vergessenheit, wurde als nutzlos empfunden und war vor allem kein Ort mehr zum Verweilen oder um ein Schwätzchen zu halten.
|
|

Ewigboor

|
|
|
An dieser Situation störten sich viele Anwohner. 2003 ergriffen die Schwestern Anneliese und Maria Kimmling die Initiative und konnten innerhalb kürzester Zeit die meisten Nachbarn dafür gewinnen, für den „Ewigbor“ etwas zu tun. Manche vielleicht zuerst etwas zögerlich, waren wenig später begeistert bei der Neugestaltung dabei. Es waren viele Arbeiten zu leisten: Bäume fällen, Wurzelstöcke entfernen, Büsche roden, den Plan für eine Neugestaltung erstellen, wie wird die Treppe hoch zum unteren Weinbergsweg geführt, welche Materialien werden verbaut. Die Gemeinde beteiligte sich mit Maschinen und Manpower wie auch teilweise an den Materialkosten. Und die Beteiligten am Aufbau des „Ewigbors“ waren auch recht erfinderisch in der Beschaffung von Materialien: Schiefer vom Kaseler Berg, Findlinge von der Riveristalsperre, die Pflastersteine wurden sorgfältig gereinigt und wieder genutzt – viel wurde getan – unentgeltlich getan. Nur einmal gab es Aufenthalt und machte sich auch leise Entmutigung breit, als fast vor der Fertigstellung der Anlage wegen der Verlegung von Versorgungsleitungen für das 2. Neubaugebiet nochmals fast der ganze Bereich aufgerissen wurde. Aber auch diese Hürde würde genommen und das Ergebnis kann sich sehen lassen: ein schön gestalteter „Ewigbor“ mit einer ansprechenden Gestaltung drum herum, ein Ort, der zum Verweilen einlädt, zum Erzählen bzw. zum „Meijen“ wie man hier sagt, nicht nur für die Menschen von der Unter- und der Oberstraße. Dass Sie dieses initiiert haben, dass Sie sich so engagiert und den Brunnen wieder aufgebaut haben, dass Sie trotz etlicher Widrigkeiten durchgehalten haben, den „Ewigbor“ und sein Umfeld all die Jahre gepflegt, begrünt und jetzt wieder neu eingepflanzt haben und schlussendlich: Sie haben für den Ort wieder einen gesellschaftlichen Anlaufpunkt geschaffen - dafür dankt Ihnen die Gemeinde Mertesdorf auf das Herzlichste. Dieser Dank findet seinen Ausdruck auch darin, dass Ihnen der Ehrenamtspreis 2011 der Gemeinde Mertesdorf zuerkannt wird. Preis und Urkunde werden verliehen für den Wiederaufbau, die Gestaltung und die Pflege des „Ewigbors“ an: (in alphabetischer Reihenfolge):
Gerlinde und Dieter Bohn, Silke und Jörg Eiden Gisela und Walter (+) Gabriel, Hildegard und Albert Jakob Elke und Ralf Jakob, Anneliese und Maria Kimmling Maria und Josef Müller, Birgit und Wolfgang Roth Bernhardine, Berni und Thomas Scherf Sandra und Uli Schröder, Beate und Thomas (+) Werhan
Herzlichsten Glückwunsch im Namen der Gemeinde Mertesdorf!!
|
|

Ewigboor

|
|
|


|
|
|
urkunde-ehrenamtspreis---maria-kimmling-claudi.pdf [609 KB]
|
|
|
Gedicht Ewigboor
|
|
|
|
Gedicht Ewigboor
|
|
 |